In letzter Zeit hat die Chronik uns leider einige Fälle von Kindern berichtet, die gestorben sind, nachdem sie von ihren Eltern oder den Fahrern im Auto vergessen wurden. Es handelt sich um Tragödien, die uns erschüttern und uns fragen lassen, wie es möglich ist, diese Dramen zu verhindern.
Italien war das erste Land der Welt, das ein Gesetz zur Verhinderung des Vergessens von Kindern – durch dissoziative Amnesie – in den am Fahrzeug montierten Babyschalen und Kindersitzen verabschiedet hat.
Das Anti-Vergessens-System ist ein Alarmsystem, das das Vergessen des Kindes durch visuelle oder akustische Signale meldet und eine Nachricht oder einen Anruf an das Smartphone des Fahrers oder eines Familienmitglieds sendet. Das Gerät muss sich bei jeder Nutzung automatisch aktivieren, ohne weitere Handlungen seitens des Fahrers.
Was das Gesetz sagt
Das Gesetz sieht vor, dass die Anti-Vergessens-Systeme in den Autokindersitz integriert sein können, eine Grundausstattung oder eine Sonderausstattung des Fahrzeugs sein können oder unabhängig sowohl vom Autokindersitz als auch vom Fahrzeug. Wer Kinder unter 4 Jahren ohne Anti-Vergessens-System im Auto befördert, riskiert eine Geldbuße von 83 € bis 333 € und den Verlust von 5 Punkten auf dem Führerschein. Im Wiederholungsfall innerhalb von zwei Jahren kommt zusätzlich die Aussetzung des Führerscheins von 15 Tagen bis zu 2 Monaten hinzu.
Die dissoziative Amnesie
Diese Maßnahme trat 2020 infolge einiger tragischer Fälle aus der Chronik in Kraft, um den Folgen der sogenannten dissoziativen Amnesie vorzubeugen.
Amnesie ist die – vollständige oder teilweise – Unfähigkeit, sich an kürzliche oder weiter zurückliegende Erlebnisse zu erinnern. Sie wird als „dissoziativ“ bezeichnet, wenn sie aus einer psychischen Störung herrührt und nicht aus einer körperlichen. Die betroffenen Menschen sind sich oft nicht bewusst – oder nur teilweise bewusst –, dass sie an dieser Störung leiden, die plötzlich in Situationen von Anspannung oder körperlicher und geistiger Erschöpfung auftreten kann.
Die dissoziative Amnesie tritt insbesondere dann auf, wenn das Gehirn vom episodischen Gedächtnis zum prozeduralen Gedächtnis übergeht, das heißt, wenn man einer automatisierten Routine folgt, ohne auf das zu achten, was man tut. Auf diese Weise kann man die Erinnerung an die Anwesenheit des Kindes im Auto verlieren und unbewusste Handlungen ausführen, etwa aus dem Fahrzeug aussteigen und die Türen schließen
Die Warnzeichen dafür, dass man der dissoziativen Amnesie ausgesetzt sein könnte, sind vielfältig: Stress und Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Konzentrieren, Mühe, sich an Dinge zu erinnern, Reizbarkeit, die Neigung, „im Automatikmodus zu handeln“. In diesen Fällen ist es wichtig, den eigenen Arzt zu konsultieren.
Welche Eigenschaften muss ein Anti-Vergessens-System haben?
- Es muss das Vergessen rechtzeitig melden.
- Es muss sich bei jeder Autofahrt automatisch bei der Nutzung aktivieren und die erfolgte Aktivierung bestätigen.
- Es muss visuelle und akustische Signale abgeben.
- Es darf die Zulassungseigenschaften nicht verändern von Kindersitzen und Babyschalen.
- Es muss den Batteriestand anzeigen, um stets Sicherheit über sein korrektes Funktionieren zu bieten.
Die Anti-Vergessens-Systeme sind leicht zu finden und zu installieren und können den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Zögern wir also nicht, uns mit diesen Systemen auszustatten und die Kultur der Prävention unter unseren Freunden und Bekannten zu verbreiten. Denken wir daran, dass unsere Kinder unser wertvollstes Gut sind und unsere ganze Aufmerksamkeit und Fürsorge verdienen.

